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Nagelpilz

Der Nagel

Die Fuß- und Fingernägel dienen dem Schutz der Fuß- und Fingerkuppen und erleichtern das Greifen und den Umgang mit Gegenständen. Sie bestehen aus 100 bis 150 Keratinschichten, die übereinander liegen und miteinander verwachsen sind. Der sichtbare Teil des Nagels wird Nagelplatte genannt. Dieser Teil bekommt seine rosa Farbe von den Blutkapillaren des Nagelbetts, welches unter dem Nagel liegt und durch ihn hindurchscheint. Luna oder Nagelmond wird der weiße, wie ein Halbmond geformte Bereich des Nagels genannt. Dieser Bereich ist weiß, weil das Nagelbett dort von der Nagelmatrix verdeckt wird. Die Nagelmatrix ist der Bereich der Neubildungszone der Nagelplatte.

In einer Woche wächst ein Nagel ungefähr 0,5 bis 1 Millimeter.Im Allgemeinen gilt jedoch auch, dass Fingernägel schneller wachsen als Fußnägel. Das Nagel-wachstum ist auch vom Alter der jeweiligen Person und der Duchrblutung abhängig. Bei schlechter Durchblutung und und mit steigendem Alter verlangsamt sich das Nagelwachstum und kann sich sogar ganz einstellen.

Risikogruppen

Nicht alle Menschen sind gleich strak anfällig für einen Nagelpilzbefall. Es gibt bestimmte Risikogruppen, die häufiger von Nagelpilz befallen sind.

  • Ältere Menschen
  • Eine Riskogruppe sind ältere Menschen, da bei vielen das Immunsystemgeschwächt ist und sie unter einer schlechten Durchblutung leiden.
  • Diabetiker
  • Diabetiker haben eine geschwächte Abwehr, Durchblutungsstörungen der Füße und sind weniger sensibel gegenüber Schmerzen in den Füßen, welches sie für Verletzungen, die eine gute Eintrittsstelle für Erreger aufweisen, unempfindlicher macht.
  • Sportler
  • Auch Sportler gehören zu den Risikogruppen. Zum einen kommen sie häufig in Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen mit Pilzüberträgern in Kontakt, zum anderes wird durch das Tragen von Sportschuhen ein pilz- freundliches Milieu geschaffen. Auf der durch den Schweiß erweichten Haut,können Pilze besonders gut eindringen.

 Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz, auch Onychomykose genannt, ist eine Pilzinfektion der Fuß- oder Fingernägel. Ausgelöst wird Nagelpilz meist durch Fadenpilz, seltener sind die Auslöser Hefe- oder Schimmelpilze. Da Nagelpilz oft aus einer unzureichend behandelten Fußpilzinfektion entsteht, sind Zehennägel etwa viermal häuftiger betroffen als Fingernägel. Auch das feutcht-warme Klima begünstigt eine Nagelpilzerkrankung an der Fußnägeln.

Es ist auch eine direkte Infektion der Nägel mit den Pilzsporen möglich. Die Pilze werden direkt über den Kontakt mit den Pilzsporen übertragen. Dies kann zum Beispiel in öffentlichen Bädern, Saunen, Fitness-Studios oder öffentlichen Duschen geschehen also an Orten, an denen viele Menschen barfuß laufen.

Pilzsporen sind sehr wiederstandsfähig, sie können mehrere Wochen auf Handtüchern, Hausschuhen oder Ähnlichem überleben.

Eine Nagelpilzerkrankung heilt nicht von selbst aus.Wird sie nicht behandel besteht die Gefahr, dass sich der Pilz auf die benachbahrten Nägel ausbreitet und die Nägel komplett zerstört. Dies sieht nicht nur unschön aus, sondern kann zu starken Schmerzen und zu Beeinträchtigungen beim gehen führen.

Symptome

  • luftgefüllte Hohlräume die als weiße Streifen oder Flecken wahrgenommen werden
  • Brüchigkeit der Nägel
  • Abspaltung der einzelnen Nagelschichten
  • weißliche bis gelb-braune Verfärbungen
  • Verdickung der Nagelplatte
  • entzündetes Nagelbett

Oft beginnt Nagelpilz mit einer leichten Verfärbung des Nagels an einer kleinen Stelle am vorderen Rand des Nagels, der man kaum Beachtung schenkt. Von dort breitet sich der Pilz über die gesamte Nagelplatte aus. Wird nicht behandelt verändert sich die Struktur des Nagels. Häufig ist auch das Nagelbett vom Pilz befallen. Dies führt dazu, dass sich der neu gebildete Nagel sofort mit dem Pilz infiziert.

 Therapie

Eine Nagelpilzerkrankung muss unbedingt behandelt werden. Je nachdem ob die Fuß- oder Fingernägel betroffen sind, kann sich die Behandlung auf 6-12 Monate erstrecken.

Vor Beginn der Behandlung sollte abgeklärt werden, ob es sich wirklich um Nagelpilz handelt. Verwechslungen können mit Nagelpsoriasis (Schuppenflecht) oder einer Verletzung des Nagels auftreten. Nagelpilzerkrankungen können auf zwei Wege behandelt werden, äußerlich oder innerlich.

Behandlungsart und -dauer hängen vom Grad des Pilzbefalles ab. Nur wenn höchstens zwei Drittel des Nagels und nicht mehr als drei Nägel betroffen sind, hat eine lokale Therapie Aussicht auf Erfolg. Auch darf bei einer Lokaltherapie weder das Nagelbett noch die Nagelmatrix betroffen sein.

Hat sich der Nagel auf mehr als drei Nägel ausgebreiten oder über 70% des Nagels sind befallen, sollte zusätzlich einer innerliche Behandlung vom Arzt durchgeführt werden.

äußerliche Therapie

Zur äußerlichen Behandlung von Nagelpilz stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Wird ein Nagellack verwendet so gilt generell, dass die Anwendung so lange durchgeführt werden muss, bis der Nagel einmal komplett nachgewachsen ist.

Nagellack:

  • Anwendung 1x-wöchentlich
  • Packung mit Sandnagelfeilen, Spatel, Alkoholtupfer und Nagellack
  • so lange Anwenden bis der Nagel komplett gesund nachgewachsen ist
  • Behandlungsdauer: 6-12 Monate

Salbe:

  • Anwendung 1x-täglich, mit Fußbad
  • Kombination aus 2 Wirkstoffen
  • Kombipackung mit Creme, Spatel und Pflaster
  • so lange Anwenden bis die betroffenen Bereiche sich aufgelöst haben
  • Behandlungsdauer: 2-6 Wochen
  • Nachbehandlung mit zusätzlicher Creme von 4 Wochen

Vorbeugende Maßnahmen

Gerade Patienen, die ein höheres Risiko haben an Nagelpilz zu erkranken, sollten gewisse Maßnahmen ergreifen, um einer Nagelpilzinfektion vorzubeugen.

  • vermeiden Sie feucht-warmes Klima an den Füßen
  • tragen Sie Badeschuhe in öffentlichen Bädern, Saunen, Hotels, etc.
  • trocknen Sie Ihre Füße immer gut
  • cremen Sie nach dem Abtrocknen die Füße ein, um Rissen vorzubeugen
  • verwenden Sie ein seperates Handtuch für die Füße
  • tragen Sie Baumwollstrümpfe und wechseln Sie diese täglich
  • tragen Sie lockeres, amtumngsaktives Schuhwerk
  • waschen Sie Ihre Wäsche möglichst heiß (60 °C -90°C)
  • eventuell Wäsche mit speziellen Waschmittel behandeln
  • bei starkem schwitzen sollten Sie Ihre Füße und Zehen mit Puder und Baumwollsocken trocken halten
  • pflegen Sie Ihre Nägel
  • desinfizieren Sie, wenn nötig, Ihre Badeschuhe, Pantoffeln, Sportschuhe, etc mit speziellen Antipilz-Spray
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft
  • Fußgymnastik und barfuß laufen (auf Sand, auf der Wiese) hält Ihre Füße in Form. Die Fußmuskulatur bleibt gut durchblutet und leistungsfähig