Punkt Apotheke Dortmund Westerfilde

Laktoseintoleranz

Was ist Laktose?

Lactose ist ein natürlicher in Mich und Milchprodukten enthaltender Zucker, Laktose ist allerdings nicht nur in der Milch selbst, sondern auch in allen daraus hergestellten Produkten, wie z.B. Joghurt, Käse oder Buttermilch, enthalten. Um diesen Milchzucker, der ein Zweifachzucker ist, verwerten zu können, muss er während der  Verdauung in seine beiden Einfachzucker Glucose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) aufgespalten werden. Das Enzym Laktose trennt Milchzucker während der Verdauung im Dünndarm in eben diese beiden Einfachzucker.

Formen des  Laktosemangels

Es wird zwischen drei Formen unterschieden

  1. Der primäre, natürliche Lactosemangel ist durch einen normalen Alterungsprozess bedingt und bei Erwachsenen meist die verbreiteste Form.
  2. Der sekundäre, erworbene bzw. vorübergehende Lactosemangel entsteht durch verschiedene Darmerkrankungen oder Darmentzündungen. Nach Abheilung der jeweiligen Erkrankung bildet sich diese Form des Lactose mangels wieder zurück.
  3. Der angeborene Lactosemangel kommt sehr selten vor. Neugeborenen fehlt das für die Laktoseproduktion verantwortliche gen. Der Organismus kann das Enzym Lactose nicht binden.

Wenn das Enzym Laktose im Körper nicht ausreichend vorhanden ist, gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm. Dort wird der Milchzucker von Bakterien in Milchsäure, Essigsäure und Methan zersetzt. Zusätzlich kann die Lactose einen vermehrten Wassereinstrom in den Dickdarm verursachen. Dies kann zu Beschwerden nach dem Verzehr von Milchprodukten führen, wie z.B. Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall. Die Beschwerden weisen dann meist auf eine Lactose-Unverträglichkeit (Milch-Zucker-Unverträglichkeit) bzw. Lactose-Intoleranz hin.

Wegen der Ähnlichkeit der Symptome werden die Beschwerden häufig mit einem Reizdarm-Syndrom verwechselt.

Wie kann man Laktosemangel feststellen?

Meistens wird ein Lactosemangel selbst bemerkt, wenn Milch und Milchprodukte nicht mehr gut vertragen werden. Wenn man sichergehen möchte, kann Lactosemangel auf verschiedene Arten festgestellt werden

Selbstdiagnose:

Expositionstest: Nach einigen Tagen Lactose-Verzicht wird ein Glas Wasser mit 50 bis 100g gelöstem Milchzucker getrunken. Treten anschließend die typischen Symptome auf, ist ein Lactosemangel sehr wahrscheinlich.

Fremddiagnose durch Fachärzte

Blutzucker-Test: Der Test basiert auf einem Lactosebelastungstest, indem Blutzuckerwerte gemessen werden. Liegt ein Lactosemangel vor, so wird nur wenig Glucose im Dünndarm resorbiert und an das Blut abgegeben. Der Blutzuckerwert steigt dann nur gering bis gar nicht. Während bei Menschen ohne Lactosemangel der Blutzuckerwert stärker steigt.

  • H²-Atem-Test: Die Wasserstoffkonzentration in der ausgeatmeten Luft wird nach einem Lactase Belastungstest gemessen. Liegt ein Lactosemangel vor, gelangt die nicht resorbierbare Lactose in den Dickdarm und wird durch Darmbakterien unter anderem durch die Bildung von Wasserstoff(H²) abgebaut. Dieser gelangt über den Blutkreislauf in die Lunge und wird von dort ausgeatmet. Menschen, die unter Lactosemangel leiden weisen daher einen höheren Wasserstoffgehalt in der ausgeatmeten Luft nach dem Verzehr einer Lactosemahlzeit auf.

Bei einem Lactosebelastungstest wird auf nüchternen Magen eine bestimmte Menge in Wasser gelöste Lactose getrunken und danach in regelmäßigen Abständen eine Blutprobe oder eine Atemprobe abgenommen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

  • Gentest: Der Gentest wird anhand eines Wangenschleimhautabstriches ermittelt und klärt lediglich darüber auf, ob man irgendwann in seinem Leben einen primären Lactosemangel entwickelt. Ob aktuell ein Lactosemangel vorliegt, kann nur durch einen Lactosebelastungstest ermittelt  werden. Diese neue Testmethode wird von der Krankenkasse nicht bezahlt und kostet in der Regel ca. 70€

Laktosefreie Lebensmittel

Für Betroffene von lactoseintoleranz stellt sich die Frage, welche Lebensmittel beschwerdefrei verzehrt werden können und welche Lebensmittel eher vermieden sollten. Viele Supermärkte bieten aus diesem Grund eigene Produktreihen mit Lactosefreie Lebensmitteln an. Leider kann man sich nicht ausschließlich auf diese Lebensmittel beschränken. Es sollten von daher zutatenlisten genau erlesen werden, um beschwerdefreie Lebensmittel genießen zu können. Die folgenden Beispiele, sollen eine kleine Übersicht über Lactosefreie und lactosehaltige Lebensmittel geben.

Laktosefreie Lebensmittel:

  • Obst
  • Gemüse
  • Nüsse
  • Eier
  • Nudeln
  • Fisch
  • Mais

Laktosehaltige Lebensmittel

  • Milch
  • Zuckerstoffe
  • Sahne
  • Molke
  • Butter
  • Schokolade
  • Backwaren
  • Fleisch/Wurst
  • Soßen/Dressings
  • Viele Tabletten enthalten Lactose als Füll/Hilfstoff

 

Natürlich bedingen z.B. Einladungen oder Restaurantbesuche, dass für Lactosefreie Lebensmittel nicht unbedingt gewährleistet werden kann. Dann besteht die Möglichkeit ein Enzympräparat einzunehmen, so dass Lactosehaltige Produkte vertragen werden. Für diese Fälle und weitere Beratungen sprechen Sie gerne das Team der Punkt Apotheke an.